|
|
|
Startseite
Info-Center
Fachartikel & Checklisten
Unternehmensfinanzierung
Unerfreuliche Perspektiven
Unerfreuliche Perspektiven
Creditreform Magazin, 09.02.2012
Während so manche Hausbank unter anziehenden Kapitalisierungsvorschriften ätzt, sollten Firmenkunden ruhig nach Finanzierungsalternativen Ausschau halten.
Der Druck auf die Banken lässt nicht nach: Das im Dezember 2011 veröffentlichte Ergebnis der "Banken-Rekapitalisierungsumfrage" ergab für deutsche Bankinstitute einen Gesamtkapitalbedarf von rund 13 Milliarden Euro. Dieser Betrag ist noch dazu im Zusammenhang mit der ohnehin bevorstehenden Umsetzung der erhöhten Eigenkapitalanforderungen ("Basel III") an die Banken zu sehen. Hinzu kommt der nicht unerhebliche Ertragsdruck, dem sich die Finanzbranche gegenüber sieht. Alles in allem sind das keine erfreulichen Aussichten – nicht nur für die Kreditbranche, sondern auch für Betriebsverantwortliche, wenn diese in den kommenden Jahren in Zeiten einer hoffentlich wieder anziehenden Konjunktur ihren Kreditbedarf anmelden. Vor diesem Hintergrund ist daher eher davon auszugehen, dass Banken und Sparkassen entsprechende Kreditanträge noch genauer als bisher prüfen werden, bevor sie sich zu einem möglichen Risikoengagement entscheiden, das außerdem noch oft schwer zu bildendes Eigenkapital bindet.
Frühzeitig reagieren
Es erscheint daher also sinnvoll zu sein, bereits vorhersehbare, aber eben noch nicht tagesaktuelle Kreditpläne gar nicht erst in der sprichwörtlichen Schublade verschwinden zu lassen, sondern sie kurzfristig mit der jeweiligen Hausbank zu besprechen. Dafür spricht übrigens auch das nach wie vor günstige Zinsumfeld vor allem im Darlehensbereich. Dort sind im Gegensatz zum kurzfristigen Überziehungskredit auf dem Geschäftskonto Zinssätze von unter fünf Prozent im Jahr nach wie vor möglich. Außerdem bieten öffentliche Kreditgeber wie die KfW-Mittelstandsbank ebenfalls ein attraktives Zinsniveau, das mit Hilfe der Hausbank abgerufen werden kann. Voraussetzung ist naturgemäß hier wie dort eine angemessene Kreditwürdigkeit, die neben aussagefähigen Unterlagen zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Betriebes in der Regel auch Kreditsicherheiten mit einer entsprechenden Werthaltigkeit voraussetzt. Da mittlerweile allerdings eine ganze Reihe von Betrieben kaum mehr Spielräume bei ihren Kreditsicherheiten besitzt, könnte dieser Mangel durchaus zu einer Ernst zu nehmenden Kreditklemme führen. Hilfe bieten hier die bundesweit tätigen Bürgschaftsbanken, die bei angemessener Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden gegenüber der jeweiligen Hausbank zu Gunsten des Kreditnehmers bürgen können.
Gute Zinssätze sichern
Zurück zum herkömmlichen Hausbankkredit: Hier kann es sich durchaus lohnen, bereits jetzt über eine mögliche Kreditverlängerung nachzudenken, auch wenn der Fälligkeitstermin erst im nächsten oder übernächsten Jahr ansteht. Vorausdarlehen bieten hierzu die Möglichkeit. Sie sichern Betriebsverantwortlichen je nach Einzelfall schon lange vor Ablauf der Zinsbindung das derzeitige Zinsniveau. Das kostet zwar regelmäßig einen nachvollziehbaren Zinsaufschlag, da die zukünftige Zinsentwicklung naturgemäß nur schwer zu prognostizieren ist. Bei sorgfältigen Vergleichen sind trotz dieses Zinsaufschlages aber durchaus zinsattraktive Gestaltungen machbar. Auch bei diesem Produkt sollte also nicht gezögert werden, da bei einer sich erholenden Konjunktur mit mittelfristig erneut steigenden Zinssätzen gerechnet werden muss.
Teurer Überziehungskredit
Dagegen orientiert sich das Zinsverhalten der Bankinstitute beim Überziehungskredit auf dem Geschäftskonto leider nicht an deren preiswerten Refinanzierungsmöglichkeiten ("Creditreform" berichtete). Zinssätze im zweistelligen Bereich oder allenfalls knapp darunter sind hier nach wie vor selbst bei Firmenkunden mit einer überdurchschnittlichen Kreditwürdigkeit eher die Regel als die Ausnahme. Die Begründungen für die Zinssatzhöhe wie angeblich "höhere Risiken" oder "eine schwierigere Refinanzierung" sind vielfach nicht nachvollziehbar und schon gar nicht überzeugend, da vor allem die Zentralbanken durch ihre Niedrigzinspolitik der vergangenen Jahre insbesondere die Refinanzierungsmöglichkeiten der Kreditinstitute erheblich vereinfacht haben. Beim Kunden kommt davon in der Regel jedoch kaum etwas an.
Grund genug für Unternehmer, sich nach preiswerteren Alternativen umzusehen, die es durchaus gibt. So bieten vor allem "Geldmarktkredite" weitaus günstigere Zinssätze, die zwar meist an eine erstklassige Kreditwürdigkeit geknüpft sind – aber dennoch längst zum Angebot der meisten Bankinstitute gehören. Auch Abrufkredite bieten sich vor allem dann an, wenn sie nicht nur als Privatkredit, sondern eben auch im betrieblichen Bereich bereitgestellt werden. Tatsache ist, dass vor allem beim Überziehungskredit ein erheblicher Handlungsbedarf seitens der Betriebe besteht. Durch seine weitgehend einfache Handhabung wird er längst zu Dispositionszwecken genutzt, die mit seinem ursprünglich kurzfristigen Charakter kaum mehr etwas zu tun haben. So gehört heute etwa die Vorfinanzierung von Teilen der Geschäftsausstattung ebenso zu diesen Verwendungszwecken wie geradezu klassische Investitionsfinanzierungen, die in der Regel zwar irgendwann von einem weitaus sinnvolleren Betriebsmittelkredit als Darlehen abgelöst werden, bis dahin aber oft erhebliche Zinskosten verursacht haben. Was sich Unternehmer daher dringend fragen sollten, verrät unsere Checkliste.
Checkliste: Was sich Unternehmer fragen sollten
- In welchem Umfang stehen kurz- und mittelfristig Kredite zur Verlängerung an – und wie hoch wird der voraussichtliche Kreditbedarf in den kommenden ein, zwei Jahren sein?
- Können Vorausdarlehen helfen, den Kreditbedarf der kommenden Jahre bereits heute zu niedrigen Zinssätzen zu sichern?
- Ist es sinnvoll, öffentliche Kreditgeber wie die Förderbanken der Länder oder die KfW zur Finanzierung ergänzend einzuschalten?
- Macht es ein eventueller Mangel an Kreditsicherheiten erforderlich, eine der Bürgschaftsbanken als Sicherheitengeber bei den Hausbanken ins Spiel zu bringen?
- Sind Kreditlimit und Kreditzinshöhe des Überziehungskredites auf dem Geschäftskonto angemessen und werden ausschließlich kurzfristige geschäftliche Transaktionen mit seiner Hilfe abgewickelt?
- Eignen sich Geldmarktkredite und andere vergleichbare kurzfristige Kreditformen als Alternativen zum Überziehungskredit?
Autor:Michael Vetter
|
|
Creditreform News
15.05.2012 - SchuldnerKlima-Index Deutschland mit 102,3 Punkten im Frühjahr 2012 auf stabil-positivem Niveau mehr
15.05.2012 - Aktuelle Analyse zur Wirtschaftslage im österreichischen Mittelstand mehr
24.04.2012 - CEG Creditreform Consumer GmbH firmiert um in Creditreform Boniversum GmbH und positioniert sich neu mehr
16.04.2012 - Aktuelle Analyse: Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Frühjahr 2012 mehr
23.03.2012 - Creditreform Beiträge zur Wirtschaftsforschung Nr. 15 mehr
|
|
| |
|
|
| |
Veranstaltungshinweise |
|
| |
|
|
| | 23.05., Düsseldorf - Effizientes Debitorenmanagement mehr | | | | | |
| | 23.05., Hamburg - Sichere Geschäfte im Ausland - von der Vertragsgestaltung bis zum Zahlungseingang mehr | | | | | |
| | 24.05., Düsseldorf - Professionelles Liquiditätsmanagement - Liquidität als wichtigste Steuerungsgröße mehr | | | | | |
| | 19.06., München - Risiko Kundeninsolvenz: Ihre Möglichkeiten als Gläubiger mehr | | | | | |
| | 19.06., Oberhausen - Creditreform energy & risk mehr | | | | | |
|